Aus der Praxis: Interaktion unterstützt mit Gebärden
Ein Erfahrungsbericht von Alexandra Lageder | Leiterin im Kindergarten Bozen Weggensteinstraße
Unterstützte Kommunikation eignet sich für die Kommunikation mit Menschen, wenn noch keine gemeinsame Sprache gesprochen wird oder die Lautsprache zu komplex ist. Jedes Kind hat das Recht auf Interaktion und Kommunikation. Verbale oder nonverbale Sprache werden gleichwertig anerkannt und wertgeschätzt. Unterstützend zur Lautsprache werden Gebärden für Schlüsselwörter gezeigt, um leichter in Kommunikation zu treten, Freude an Interaktion zu erleben und somit verbale Sprache zu erlernen.
Praktische Umsetzung: Ich spreche, ich zeige, ich kommuniziere mit dir!
In den Räumlichkeiten des Kindergartens, beispielsweise in einer Mappe im Lesebereich oder als Daumenkino-Bücher, sind Gebärden mit entsprechendem Bild/Piktogramm visualisiert. Somit sehen Kinder und Familien dieselbe Gebärde für ein Schlüsselwort. Im Kindergartenalltag werden zusätzlich zur verbalen Sprache Schlüsselwörter mit Gebärden nach GuK (Gebärden-unterstützte Kommunikation) unterlegt. Das Gebärden steht fast allen Menschen jederzeit zur Verfügung, schafft eine wohl wollende Atmosphäre und signalisiert: Du und deine Partizipation sind mir wichtig. Ich möchte mit dir kommunizieren. Ich möchte dich verstehen.
Reflexionsfragen
- Mit welchen Kindern kommuniziere ich und wie?
- Wen verstehe ich, wer versteht mich?
- Welche Kinder können sich im Kindergarten partizipativ beteiligen?
Möglichkeiten zur Vertiefung
- Daumenkinos für Gebärden
- Wilken, E. (Hrsg.) (2021) Unterstützte Kommunikation. Eine Einführung in Theorie und Praxis. Stuttgart: Kohlhammer (S. 326)
- Wilken, E. (Hrsg.) (2018) Sprechen lernen mit GuK. Gebärden-unterstützte Kommunikation. Lauf an der Pegnitz: Deutsches Down-Syndrom-InfoCenter