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Mehrsprachiges Aufwachsen

Die digitale Pinnwand von Christiane Hofbauer bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten, um Anregungen für die Umsetzung mehrsprachigkeitsoffener Bildung im Kindergarten zu finden.
Die digitale Pinnwand von Christiane Hofbauer bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten, um Anregungen für die Umsetzung mehrsprachigkeitsoffener Bildung im Kindergarten zu finden.

Erstspracherwerb, Bilingualer und Multilingualer Spracherwerb

Wenn es um mehrsprachiges Aufwachsen geht, sollte immer bedacht werden: Wie und wie schnell eine (weitere) Sprache erworben wird, hängt von vielen Faktoren ab. Einige davon, wie z.B. kognitive Fähigkeiten, die das Lernen generell erleichtern oder aber auch spezifische Interessen und Motivationen sind in den Lernenden selbst angelegt, andere ergeben sich durch äußere Gegebenheiten. Von außen spielen vor allem die Lernmöglichkeiten (Wie oft habe ich mit Menschen zu tun, die diese Sprache sprechen?) und die Relevanz der Sprache im Umfeld (Wie notwendig ist das Beherrschen der Sprache für meine Teilhabemöglichkeiten?) eine große Rolle.

Der Erstspracherwerb

Vor der Geburt und im ersten Lebensjahr

In allen Sprachen verläuft der Erstspracherwerb ähnlich. Schon vor der Geburt, im Mutterleib, hören sich Kinder in ihre Umgebung ein: Durch das sie umgebende Fruchtwasser und die Bauchdecke hören sie allerdings vor allem den Rhythmus und die Melodie der Sprache, also die Prosodie. Diese spielt auch im 1. Lebensjahr noch eine große Rolle und hilft Kindern, zu erkennen, wo ein Wort beginnt und endet, unterschiedliche Wortarten voneinander zu unterscheiden und die richtige Wortfolge zu erkennen (Was hört sich „richtig“ an?).
Gleichzeitig lernen Kinder im 1. Lebensjahr die in ihrer Umgebung gesprochenen Laute und Silben kennen und lernen diese auch selbst zu erzeugen.

Das zweite Lebensjahr

Das 2. Lebensjahr steht dann sehr stark im Zeichen des Wortschatzerwerbs: Kinder verstehen, dass Wörter als Symbol für etwas stehen können, sie entwickeln Strategien, mit denen sie sich die Bedeutung von Wörtern erschließen und lernen sie auszusprechen und anzuwenden. Gegen Ende des 2. Lebensjahres sind dann so viele Wörter erworben, dass langsam der Grammatikerwerb einsetzt: Zunächst werden eher willkürlich mehrere Wörter kombiniert, langsam bemerken Kinder aber, dass es Regeln für die Wortstellung gibt, bestimmte Wörter verschiedene Flexionsformen haben und weitere Regeln anzeigen, wie Wörter im Verbund interpretiert werden sollten.

Um den dritten Geburtstag herum

Um den 3. Geburtstag herum gilt dann die Kerngrammatik als erworben: Kinder haben jetzt die wichtigsten Strukturen der Sprache erworben, sodass sie nun über alle Themen, die ihnen wichtig sind, verbal kommunizieren können. Das heißt nicht, dass Kinder die Kerngrammatik immer korrekt anwenden – sie haben aber die grundlegenden Regeln der Erstsprache(n) internalisiert. 

Lesen Sie weiter im Fachartikel der Sprachwissenschaftlerin Christiane Hofbauer

Möglichkeiten zum Vertiefen

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