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Mehrsprachigkeitsoffene Bildung

Mehrsprachig aufwachsende Kinder erleben durch die bewusste Wahrnehmung und Wertschätzung aller Familiensprachen das Gefühl, angenommen und willkommen zu sein. Foto: Arianna Veronesi, Kindergarten Laag
Mehrsprachig aufwachsende Kinder erleben durch die bewusste Wahrnehmung und Wertschätzung aller Familiensprachen das Gefühl, angenommen und willkommen zu sein. Foto: Arianna Veronesi, Kindergarten Laag

„Wertschätzung aller Sprachen bedeutet, Wertschätzung der Menschen, die sie sprechen, und der Kulturen, in denen sie entstanden sind.“ (Christiane Hofbauer)

Offenheit allen Sprachen gegenüber

Was ist unter mehrsprachigkeitsoffener Bildung zu verstehen? „Eine mehrsprachigkeitsoffene Bildung meint eine qualitätsvolle alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die explizit und respektvoll anerkennt, dass manche Kinder eine andere Sprache, als jene, die im Kindergarten gesprochen wird, mitbringen. Für den Kindergarten bedeutet dies, dass die Pädagogischen Fachkräfte alle Familiensprachen der Kinder aktiv wertschätzen. Das heißt nicht, dass sie Kenntnisse in diesen Sprachen haben müssen. Es heißt auch nicht unbedingt, dass verschiedene Sprachen im Kindergarten angeboten werden. Wichtig ist jedoch eine Offenheit allen Sprachen gegenüber und gegenüber den Kulturen, die damit verbunden sind. Kinder werden dies als Wertschätzung spüren.“ (aus: Annick De Houwer, Unsere Kinder und ihre Sprachen: Hürden, Bedürfnisse und Chancen, 2017)

Zum Fachartikel

Ziele von mehrsprachigkeitsoffener Bildung

  • gegenseitige Verständigung
  • Wertschätzung aller Sprachen (Ent-Hierarchisierung der Sprachen)
  • Stärkung des Selbstwertes eines jeden Kindes
  • Wecken von Neugier gegenüber Sprachen und Kulturen
  • Erweiterung von Sprach(en)bewusstsein – Sprachenverständnis
  • Vernetzung von Sprachen

Mehrsprachig aufwachsende Kinder erleben durch die bewusste Wahrnehmung und Wertschätzung aller Familiensprachen das Gefühl, angenommen und willkommen zu sein. Sie haben mit ihren Lebensbiografien Platz in der Kindergartengemeinschaft und erfahren eine Stärkung ihres positiven Selbstbildes.

Für monolingual aufwachsende Kinder ist eine mehrsprachigkeitsoffene Bildung genauso wichtig. Sie eröffnet die Möglichkeit, Sprachen und Kulturen kennen zu lernen und diese zu entdecken. Der Kindergarten leistet einen bedeutsamen Beitrag, das Sprach- und Kulturbewusstsein der Kinder zu stärken, indem er Kindern und ihren Familien entsprechend offen und sensibel begegnet.

Impulse zur Umsetzung einer mehrsprachigkeitsoffenen Bildung

Wo beginnen, wenn keine gemeinsam gesprochene Sprache vorhanden ist?
  • Beziehung aufbauen
  • alle Kommunikationsversuche beachten und aufgreifen
  • dem Kind Zeit lassen
  • Schlüsselwörter in den Erstsprachen der Kinder einsetzen
  • Nutzung des gesamten sprachlichen Repertoires der Pädagogischen Fachkraft,
    um das Kind emotional abzuholen
  • Symbole und Visualisierungen einsetzen (z. B. Metacom-Symbole)
  • Mimik und Gestik einsetzen, auf Körpersprache achten
Wie kann Mehrsprachigkeit bewusst im Kindergartenalltag wertgeschätzt werden?
  • Alle Sprachen und Ausdrucksformen der Kinder zulassen
  • Ein Bewusstsein für unterschiedliche Sprachen schaffen
  • Gemeinsam nach Begriffen in unterschiedlichen Sprachen suchen
  • Bewusste Momente schaffen, in denen Kinder sich als Expertinnen und Experten der eigenen Sprachen erleben
  • Sammlung von Grußwörtern, Zahlen und Beschriftungen in verschiedenen Sprachen anlegen
  • Verschiedene Schriftzeichen visualisieren
  • Mehrsprachige Bilderbücher, Lieder, Abzählverse im Alltag einsetzen
  • Hörbuchaufnahmen von Geschichten, Liedern, Versen in verschiedenen Sprachen anbieten
  • Eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Familien pflegen (siehe auch Familie und Kindergarten: Sprachentwicklung gemeinsam unterstützen)

Möglichkeiten zur Vertiefung

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